Von Maleachi
bis Zacharias - 6

200 v.Chr.

Die Ägypter erobern unter der Führung des Feldherrn Skopas Israel zurück.

Tobit. In dem apokryphen Buch wird erzählt, wie ein gerechter, aber leidgeprüfter Jude von seiner Blindheit geheilt und sein Sohn aus Todesgefahr gerettet wurde. Den Lesern soll ein vorbildliches jüdisches Leben vor Augen geführt werden. Das ursprünglich aramäisch verfasste Buch wird um diese Zeit entstanden sein und trägt zum Teil märchenhafte Züge.[ 10 ]

198 v.Chr.

Antiochos III. schlägt die Ägypter unter Skopas an der Jordanquelle bei Banjas. Skopas flieht nach Sidon, wird dort belagert und muß sich ergeben. Von da an bleibt Israel, "das Land der Zierde" für 55 Jahre unter syrischer Herrschaft.

Daniel 11,15-16

Die Juden empfangen Antiochos mit offenen Armen in Jerusalem, versorgen sein Heer und seine Elefanten und unterstützen ihn bei der Belagerung der Burg Jerusalem, in der sich noch eine Besatzung des ägyptischen Feldherrn Scopas befindet. Antiochos gewährt den Juden dafür ihre alten Privilegien und unterstützt die tägliche Versorgung des Tempels.

197 v.Chr.

Entstehung des dreisprachigen Steins von Rosette, der einen Paralleltext in ägyptischen Hieroglyphen, in demotischer[ 7 ] und griechischer Schrift enthält. Der Stein wurde 1799 in der ägyptischen Hafenstadt Rosette gefunden und führte zur Entzifferung der Hieroglyphen. Heute befindet er sich im Britischen Museum in London.

195 v.Chr.

Antiochos III. nimmt den geflüchteten Hannibal bei sich auf, was die Römer verärgert.

194 v.Chr.

Antiochos III. verheiratet seine Tochter Kleopatra mit dem ägyptischen König Ptolemaios V. Er setzte bewusst die Frauen seines Hauses als Mittel der Politik ein und versucht so alle griechisch regierten Länder in seine Hand zu bekommen.

Daniel 11,17

191 v.Chr.

Antiochos III. versucht Griechenland zu unterwerfen. Dabei treten ihm die Römer entgegen, die ihm gram sind, dass er Hannibal bei sich aufgenommen hat und seine Großmachtbestrebungen fürchten. Antiochus III. unterliegt dem römischen Konsul und Feldherrn Acilius Glabrio bei den Thermopylen[ 6 ].

190 v.Chr.

Antiochos III. unterliegt den Römern unter Lucius Scipio in der Entscheidungsschlacht bei Magnesia in Kleinasien. Damit ist seine Macht entscheidend gebrochen.

Daniel 11,18

Jesus Sirach. Der jüdische Schriftgelehrte Jeschua ben Sira (Jesus Sirach) lebt in Jerusalem und verfasst das nach ihm benannte apokryphe Buch auf Hebräisch.
Es handelt sich um ein Sprichwörterbuch mit Ratschlägen zu einem gottgefälligen Leben in Beruf, Familie und Gottesdienst. Die Weisheit Israels soll allen lernbereiten Menschen weitergegeben werden.[ 10 ]

189 v.Chr.

Der Friedensschluss von Apamea[ 8 ] legt Antiochos III. schwere Tribute auf und bedeutet seine Entmachtung. Er muss Kleinsasien bis zu Taurusgebirge abtreten, alle seine Elefanten abliefern und 15000 Talente Tribut zahlen: 500 sofort, 2500 bei Ratifizierung des Vertrags und für die nächsten 12 Jahre jährlich 1000. Sein Sohn, der spätere Antiochos IV. wird als Geisel nach Rom gebracht.

187 v.Chr.

Daniel 11,19

Um die riesigen Tribute zu bezahlen plündert Antiochos III. die befestigten Städte und wohlhabenden Tempel seines Landes. Bei der Plünderung eines Tempels in Elam, im Osten seines Reiches, wird er getötet. Im Alter von 55 Jahren verschwindet er so von der Bühne der Weltgeschichte.

Daniel 11,20

Seleukos IV. Philopator wird König in Syrien, während sein Bruder (der spätere Antiochos IV.) noch als Geisel in Rom weilt, wo er allerdings zum Bewunderer und Freund des Römertums wurde.

185 v.Chr.

Seleukos IV. legt seinem Volk weiterhin schwere Steuern auf, um den jährlichen Tribut an Rom bezahlen zu können. Das apokryphe zweite Makkabäerbuch erzählt in Kapitel 3, wie er seinen Minister Heliodor vergeblich nach Jerusalem schickt, um dort Gelder zu besorgen.

182 v.Chr.

Hannibal begeht im Exil Selbstmord, um der Auslieferung an Rom zu entgehen.

181 v.Chr.

Ägypten. Ptolemaios V. stirbt plötzlich. Kleopatra I. wird Regentin für ihren minderjährigen Sohn Ptolemaios VI. Philometor ("Mutterliebender"). Sie ist die erste Regentin in Ägypten.

Aristobul, ein jüdischer Philosoph in Alexandria, nennt Gott in einem Kommentar zu den fünf Büchern Mose eine durch den Verstand zu erfassende allbeherrschende Kraft. Er versucht zu beweisen, dass in der Thora (wenn man sie allegorisch versteht) alles enthalten sei, was die griechischen Philosophen auch lehrten.

180 v.Chr.

Kleinasien. Der Zeus-Altar von Pergamon mit dem großen und kleinen Fries wird gebaut.[ 1 ]

175 v.Chr.

Seleukos IV. wird von seinem Minister Heliodor hinterlistig umgebracht. Er stirbt also nicht im Kampf, wie Daniel geweissagt hat.

Daniel 11,20-21

Antiochos IV. "der Verachtete", wird König von Syrien, obwohl er nur ein nachgeordnetes Erbfolgerecht hat. König Eumenes II. von Pergamon, ein Bundesgenosse Roms, half ihm den Thron zu besteigen. Einmal auf dem Thron fegt Antiochos IV. alles hinweg, was sich ihm in den Weg stellt.

Daniel 11,22

Er setzt den "Fürst des Bundes", den Hohen Priester Onias III. ab, der daraufhin ins Exil geht. Das Amt geht auf Jason, den Bruder von Onias über, der dafür 540 Talente Silber an Antiochos zahlt. Jason sagt dem König weitere 150 Talente zu, wenn er in Jerusalem ein Gymnasion, eine Schule, in der nackt geturnt wurde, einrichten dürfte.

173 v.Chr.

2Makk 4,10-14 erzählt über Jason:

171 v.Chr.

Menelaos, ein Nichtpriester, verspricht dem König noch mehr Geld und wird deshalb anstelle Jasons zum Hohen Priester gemacht. Jason flüchtet zu den Ammonitern.

Der Widerstand der Frommen (Chasidim) beginnt sich zu formieren.

Ägypten. Kleopatra I. stirbt. Das wird für Antiochos IV. willkommener Anlass, die Regentschaft für seinen minderjährigen Neffen in Ägypten zu beanspruchen.

170 v.Chr.

Der fromme Hohe Priester Onias III., der im Daphne-Heiligtum in der Nähe von Antiochia Asyl gesucht hatte, wird auf Betreiben des neuen Hohen Priesters Menelaos aus der Freistätte herausgelockt und ermordet (2Makk 4,33-34), während sein Sohn nach Ägypten flüchten kann und dort später[ 2 ] einen neuen jüdischen Tempel bei Lontopolis gründet.
Die Priesterschaft Jerusalems beginnt sich zu spalten. Ein Teil hält sich zu Menelaos und Antiochos IV. und fördert das Griechentum. Ein zweiter Teil geht zunehmend in Opposition und kämpft später unter den Makkabäern gegen die Syrer und ein dritter Teil wandert aus. Aus ihnen entstehen die Essener.

Antiochos IV. unterstützt durch Geld und Ämter diejenigen unter den Juden, die die Hellenisierung vorantreiben.

Letztlich aber beutet Antiochos IV. Israel mehr als seine Väter aus.

Dan 11,23-24

169 v.Chr.

Ägypten. Antiochos IV. zieht mit einem Heer nach Ägypten. Bei Pelusium stellt sich ihm sein Neffe Ptolemaios VI. entgegen. Antiochos gewinnt die Schlacht und erobert die große Stadt Memphis. Sein Neffe muss flüchten, fällt aber dann in seine Hände. Er setzt ihn immerhin als Scheinkönig in Memphis ein. Die ägyptischen Fürsten rufen daraufhin seinen Bruder als König Ptolemaios VIII. Euergetes II. aus. Er ist auch unter dem Beinamen Physcon (= "Dickbauch") bekannt und verschanzt sich in dem starken Alexandria.

Daniel 11,25-27

Jerusalem. Inzwischen zieht der ehemalige Hohe Priester Jason mit einem Heer von 1000 Soldaten nach Jerusalem und kann die Stadt überrumpeln, weil das Gerücht umherlief, der König sei tot. Der amtierende Hohe Priester Menelaos flieht zu Antiochos IV. Der marschiert auf dem Rückweg nach Syrien zuerst nach Jerusalem und richtet ein Blutbad unter der ägyptenfreundlichen Partei an. Er betritt sogar den Tempel und plündert ihn. Er nimmt den Räucheraltar, den Leuchter, die Schaubrottische, den Goldschmuck an der Vorderseite des Tempels und vieles andere mit. Dann veranlasst er die Gründung der sogenannten Akra auf dem Südosthügel von Jerusalem, einem wie eine Burg befestigten Stadtteil, in dem eine syrische Besatzung zusammen mit zuverlässigen jüdischen Hellenisten wohnte (siehe 1Makk 1,30-42). Mit einer Beute von 1800 Talenten kehrt er nach Syrien zurück (siehe 2Makk 5,1-23; 1Makk 1,17-29).

Daniel 11,28

168 v.Chr.

Mazedonien. Die Römer besiegen den letzten mazedonischen König, unterwerfen sich selbst allerdings der griechischen Kultur. So beginnt ihre Weltherrschaft.

Ägypten. Antiochos IV. zieht wieder nach Ägypten, weil seine beiden Neffen sich vertragen haben, um seine Pläne zu durchkreuzen. Seine ersten Erfolge veranlasst die ägyptische Regierung in Alexandria, die Römer[ 3 ] um Hilfe zu bitten. Nur 4000 Schritte von Alexandria entfernt trifft er dann auf eine römische Gesandtschaft unter Gaius Popilius Laenas. Der Römer macht ihm unmissverständlich klar, dass er wählen können zwischen der Eroberung Ägyptens oder der Feindschaft Roms. Als Antiochos die Entscheidung hinauszögern will, zieht der Römer einen Kreis im Sand um den König und sagte: "Hier entscheide dich!" Wütend und verbittert zog Antiochos mit seinem Heer nach Syrien zurück.

Daniel 11,29-30

167 v.Chr.

Antiochos IV. sendet Apollonius mit einem Heer nach Jerusalem. Der benimmt sich zuerst friedlich. An einem Sabbat aber fällt er über die Einwohner her und tötet vor allem die Gegner des Hohen Priesters Menelaos. Ihre Frauen und Kinder lässt er in die Sklaverei verkaufen. Es werden Brände gelegt und große Breschen in die Mauern geschlagen.

Dann schafft Antiochos IV. per Gesetz das tägliche Opfer ab, hebt die Sabbate und Feste auf und verbietet die Beschneidung. Der Besitz einer Thorarolle und das Einhalten der Gesetze Gottes wird mit der Todesstrafe bedroht. Die in Rom wegen ihrer Zügellosigkeit verbotenen Bacchanalien werden den Juden aufgezwungen. Zu Ehren des Weingottes Bacchus müssen sie sich mit Weinlaub geschmückt an den Umzügen beteiligen. (1Makk 1,43-56)

Daniel 8,9-12

Am 16. Dezember setzt man eine kleine Platte auf den bisherigen Brandopferaltar und weiht den heiligen Tempel dem olympischen Zeus und schlachtet auf der Altarplatte die für Juden verbotenen Schweine. Ein Teil der Judenschaft und der Priester macht allerdings freiwillig bei dem Treiben mit. Prostituierte halten ihren Einzug in die heiligen Stätten. So richtet Antiochos IV. den "Gräuel, der Verwüstung bringt" auf und wird damit zu einem Modell für den Antichrist. (1Makk 1,57-68.)

Daniel 11,31-32

Auch an anderen Plätzen Israels lässt Antiochos IV. Altäre, Tempel und Götterbilder errichten. Beamte von Antiochos zwingen die Bevölkerung, Schweine als Opfer zu schlachten. Ein alter jüdischer Priester namens Mattatias aus dem Geschlecht der Hasmoni (Hasmonäer) aus Modein (25 km nordwestlich von Jerusalem), der als vornehmster Bürger zuerst zum Opfern aufgefordert wird widersetzt sich in heiliger Empörung. Als ein abtrünniger Jude dann doch entsprechend opfert ersticht Mattatias ihn und erschlägt auch den königlichen Beamten. Dann stürzt er den Altar um. Daraufhin muss er mit seinen fünf Söhnen in das Bergland der Wüste Juda flüchten. Dort schließen sich ihm viele Fromme mit ihren Familien an und führen einen erfolgreichen Guerilla-Krieg gegen die Syrer und gegen alle Juden, die abgefallen waren.

An einem Sabbat werden 1000 dieser frommen Chassidim (gr. Hasidäer), die dem Gesetz treu ergeben waren, in den Höhlen am Toten Meer aufgespürt und niedergemetzelt, weil sie sich weigerten, am Sabbat zu kämpfen. Als Mattatias davon hört, beschließt er mit seinen Anhängern, sich auch am Sabbat zu verteidigen. Die Chassidim waren die Vorläufer der Pharisäer und der Essener.

Daniel 11,32-35 Siehe auch 1Makk 2,1-48.

166 v.Chr.

Auf Münzen lässt Antiochos IV. sich nennen "König Antiochos, Gott Epiphanes Nikephorus" (= der sich offenbarende und siegtragende Gott).

Daniel 11,36-39

1Makk 2,49-3,9: Mattatias hält das schwere Leben nicht lange durch. Kurz vor seinem Tod ermutigt er seine Söhne, den Kampf weiter zu führen. Zunächst übernimmt sein Sohn Judas das Kommando. Der trägt den Beinamen Makkabäus (=Hämmerer, weil sein Faustschlag wie ein Hammer gewirkt haben soll[ 4 ]).

165 v.Chr.

Der erste, der den Kampf gegen die Aufständischen aufnimmt, ist der Landvogt Apollonius von Samaria. Er fällt im Kampf gegen Judas, seine Soldaten fliehen. (1Makk 3,10-12.)

Dann nimmt der Vorgesetzte von Apollonius, General Seron den Kampf auf. Judas kann auch dieses zahlenmäßig überlegene Heer schlagen. An die 800 Syrer fallen. (1Makk 3,13-26.)

Antiochos IV. muss sich um den Osten seines Reiches kümmern und überträgt die Regentschaft seinem Verwandten Lysias. Der schickt drei Generäle mit 7000 Reitern und 40.000 Mann gegen Judas. Mit 6000 Mann gelingt Judas der Sieg über die syrischen Truppen. (1Makk 3,27-4,25)

164 v.Chr.

Nun muss Lysias die Sache selbst in die Hand nehmen. Er kommt mit 60.000 Mann Fußvolk und 5000 Reitern. Auch hier behält die Todesverachtung der Makkabäer den Sieg und Lysias zieht sich nach Antiochia zurück. (1Makk 4,26-35.)

1Makk 4,36-61: Es kommt dann offenbar zu einem Waffenstillstand, der Judas Gelegenheit gibt, nach Jerusalem zu ziehen. Er reinigt den Tempel und stellt am 4. Dezember den levitischen Opferdienst wieder her. Dazu mussten sie den Gräuel und die unheiligen Steine wegschaffen. 1Makk 4,44-46:

Dieses Ereignis wird seitdem in Jerusalem als Fest der Tempelweihe (Chanukka) gefeiert (siehe Johannes 10,22). Doch immer noch ist der nicht zum Priestergeschlecht gehörende Menelaos Hoher Priester und die Besatzung der Akra[ 9 ] syrisch.

Von der Entweihung des Tempels bis zur Wiederherstellung sind weniger als 2300 Tage vergangen so wie es Daniel geweissagt hatte[ 5 ]. Auch Antiochos IV. wird ohne Menschenhand zerbrochen. Er stirbt unerwartet bei seinem Vorstoß nach dem Osten (siehe auch 1Makk 6,1-16).

Daniel 8,13-27

Judas Makkabäus befreit die Juden in Gilead und auf dem Golan. Er nimmt auch die neue Hauptstadt der Edomiter, Hebron, ein. (1Makk 5.)

Ägypten. Ptolemaios Euergetes II. vertreibt seinen Bruder Ptolemaios VI.

163 v.Chr.

Israel. Die Makkabäer befestigen den Berg Zion. Als die Nachricht vom Tod von Antiochos IV. eintrifft beginnt Judas im Hochsommer mit der Belagerung der Akra (1Makk 6,17-27).

Daraufhin tritt Lysias, der Regent Syriens, mit dem jungen syrische König Antiochos V. und mit 100.000 Mann Fußvolk, 20.000 Reitern und 32 Elefanten gegen die Juden an. Gegen diese gewaltige Übermacht kommen die Juden nicht an. Einer der Brüder Judas, Eleasar opfert sich vergeblich im Kampf. Judas muss sich in die Tempelfestung zurückziehen. (1Makk 6,28-54.)

Inzwischen trifft Philippus, der von Antiochos IV. noch vor dessen Tod mit der Regentschaft betraut worden war, in Antiochia ein. Die entstehenden Machtkämpfe zwischen Lysias und Philippus verschaffen den Juden wieder etwas Luft.

Ägypten. Der von seinem Bruder vertriebene Ptolemaios VI. kommt wieder an die Macht.

162 v.Chr.

Israel. Mit den Syrern kann ein Übereinkommen getroffen werden: Den Juden wird freie Religionsausübung gestattet, wenn sie die syrische Oberhoheit anerkennen. Der Hohe Priester Menelaos wird auf exemplarische Weise bestraft: Er wird in einen Turm mit Asche geworfen, wo er erstickt (2Makk 13,3-8). Ein gewisser Eljakim, der meist unter seinem griechischen Namen Alkimos erwähnt wird, kann Hoher Priester werden, obwohl er nicht direkt zur Hohen Priesterlichen Linie gehört.

Ägypten. Ptolemaios Euergetes II. vermacht das von ihm beanspruchte Zypern den Römern per Testament.

161 v.Chr.

Syrien. Philippus kann sich nicht lange behaupten und findet in Alexandrien Zuflucht. Demetrios, der Sohn von Seleukos IV, der 14 Jahre als Geisel in Rom leben musste, sieht seine Stunde gekommen. Er entkommt aus Rom, landet an der syrischen Küste und marschiert gegen Antiochia. Viele laufen ihm zu. Lysias und Antiochos V. werden verhaftet und umgebracht. So kommt Demetrios an die Macht. Die Römer akzeptieren die vollendete Tatsache.

Alkimos zieht nach Antiocha, um sich in seinem Hohen Priesteramt bestätigen zu lassen und um Judas anzuschwärzen. Geschenke aus dem Tempelschatz helfen dazu, dass Demetrios ein Heer nach Jerusalem schickt, um die Macht des Alkimos zu festigen. Kaum hat Alkimos das erreicht, lässt er an einem Tag 60 Chassidim töten, die leichtsinnigerweise einem Priester aus dem Geschlecht Aarons so etwas nicht zutrauten. (1Makk 7,1-20.)

Nachdem das syrische Heer wieder abgerückt ist, zieht Judas mit seinen Anhängern durch Judäa und bestraft die Abtrünnigen. Alkimos beklagt sich darüber am Königshof, und Demetrios schickt wieder ein Heer nach Israel. Judas kann den Heerführer Nikanor in der Schlacht töten, worauf dessen Soldaten die Flucht ergreifen. Er stellt den Kopf und die rechte Hand des Generals in Jerusalem zur Schau. Der 13. Adar, ein Tag vor dem Purimfest, wird fortan als Feiertag gehalten: Nikanortag. (1Makk 7,26-50.)

160 v.Chr.

Judas Makkabäus versucht, mit den Römern ein Bündnis gegen Demetrios zu schließen. Leider kommt das nicht mehr rechtzeitig zustande, denn inzwischen hat Demetrios wieder ein großes Heer nach Israel geschickt. In einer Schlacht gegen dieses Heer fällt Judas in der Nähe von Aschdod. (1Makk 8,1-9,22.)

Um den Kampf im Partisanenkrieg fortzusetzen wird Jonathan, der jüngste der Mattatias-Söhne, zum Fürsten und Hauptmann gewählt. Zunächst muss er sich in die Wüste von Tekoa zurückziehen. Der syrische Heerführer Bacchides bekommt das Gebiet Israels fest in die Hand. Er befestigt die Städte und legt überall Besatzungen hinein. Kurz darauf wird der Hohe Priester Alkimos vom Schlag getroffen und stirbt. Darauf zieht das syrische Heer wieder ab, doch die Partei der Hellenisten herrscht nach wie vor im Land. (1Makk 9,23-56.)

158 v.Chr.

Die Hellenisten-Partei gewinnt den syrischen Heerführer Bacchides für den Plan, Jonathan hinterlistig gefangen zu nehmen. Der erfährt davon und nimmt im Gegenzug 50 der Vornehmsten von seinen Verfolgern gefangen und lässt sie töten. Nach einer vergeblichen Belagerung Jonathans in Beth-Basi östlich von Bethlehem zieht Bacchides missmutig wider ab. Jonathan gelingt es noch vorher, mit ihm Frieden zu schließen und kann dann von Michmas aus als Richter über das Volk regieren. (1Makk 9,57-73.)

153 v.Chr.

In Rom wird der 1. Januar zum Jahresanfang gemacht. Bisher war es der erste März.

152 v.Chr.

Die Gegner des Demetrios bringen ein Heer gegen den syrischen König unter Alexander Balas zusammen, das die Stadt Ptolemais besetzt. Hier konnte Alexander Balas eine Gegenregierung gegen Demetrios aubauen. Demetrios stellt ebenfalls ein Heer auf und versucht, Jonathan als Bundesgenossen zu gewinnen, und schreibt ihm einen wohlwollenden Brief. Jonathan kann sich daraufhin in Jerusalem sesshaft machen und erneut den Tempel befestigen. Alexander Balas aber bietet Jonathan das Hohen Priesteram an. Jonathan geht darauf ein und zeigt sich im Oktober auf dem Laubüttenfest zum ersten Mal als Hoher Priester. (1Makk 10,1-21)

Das Bündnis mit den Chassidim erleidet daraufhin einen tiefen Bruch, weil Jonathan sich mit Zustimmung der Syrer zum Hohen Priester gemacht hatte. Die Frommen bezeichnen ihn als "Frevelpriester" und verlassen unter dem "Lehrer der Gerechtigkeit" den Tempel.

151 v.Chr.

König Demetrios bemüht sich nun, den Alexander Balas noch zu übertrumpfen und macht Jonathan viele Versprechungen: Steuererlaß, Räumung der Akra. Jonathan aber geht nicht darauf ein, sondern hält es mit Alexander.


Fußnoten

[ 1 ] Zu besichtigen im Pergamon-Museum in Berlin.
[ 2 ] Um 160 v.Chr. Der Tempel wurde erst 73 n.Chr. geschlossen. Nach Josephus "Der jüdische Krieg" Onias die Flucht nach Ägypten, wo er, also nicht erst sein Sohn, einen neuen Tempel in leontopolis gründete.
[ 3 ] Die Römer werden in Dan 11,30 als "Kittim" bezeichnet. Der Begriff bezog sich ursprünlich auf Zypern, dann jedoch auch auf die Inseln und Küsten des Mittelmeeres allgemein. Im 2. Jh vor Christus wird Kittim zum Namen der Römer (so übersetzt auch die LXX).
[ 4 ] Andere deuten den Namen von Jes 62,2 her als "Beauftragter des Herrn".
[ 5 ] Die Frist von Daniel 8,14 läuft erst am 31. Januar 163 v.Chr. ab.
[ 6 ] Es handelt sich um einen Engpass in Mittelgriechenland, der nach seinen heißen Schwefelquellen bezeichnet ist. Die Thermophylen waren im Altertum von großer strategischer Bedeutung.
[ 7 ] Demotisch galt als Dialekt Unterägyptens. Die demotische Schrift ersetzte die Hieroglyphen, die nur noch für Denkmäler o.ä. verwendet wurde.
[ 8 ] Apamea liegt am Ufer des Flusses Orontes, 55 km nordöstlich von Hama oberhalb des Ghab-Tals, einer der fruchtbarsten Gegenden Syriens.
[ 9 ] Der Stadtteil Jerusalems, der wie eine Burg befestigt ist.
[ 10 ] Das Buch war in der frühen Christenheit sehr beliebt und wurde außer ins Griechische und Lateinische auch ins Armenische, Syrische und Äthiopische übersetzt.
[ 11 ] Das Buch sollte später in der Alten Kirche sehr beliebt werden. Im Vorwort des Übersetzers ins Griechische werden alle drei Teile des Alten Testaments erwähnt: Tora, Propheten, Schriften. Das lässt im Zusammenhang mit den in Sir 44-49 erwähnten alttestamentlichen Personen im Lob der Väter darauf schließen, dass der Kanon der hebräischen Bibel zu dieser Zeit bereits abgeschlossen war.